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2003 Beuge dich und siege

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"Als erstes war das Wort...", nun in diesem Falle vielleicht nicht unbedingt das erste.
Das erste war der Gedanke nach Grönland zu segeln, um damit den Ring um den Nordpol zu schließen. Aber es reicht nicht aus, einfach nur nach Grönland zu segeln. Das Schiff muss ja auch irgendwie nach Polen zurückkehren. Und so entstand Schritt für Schritt die Idee, einen Törn unter dem Motto "Vom Eis bis in die Tropen" zu organisieren. Wie wir alle wissen, kommt der Appetit mit dem Essen. Noch in der Vorbereitungsphase des ersten Törns entstand schon ein erweitertertes Projekt unter dem Motto: "Von einem Horn zum anderen".

Am 24. November kam ich zusammen mit Wojtek Skurski, der während der Fahrt mein Chief Mate sein sollte, in Ushuaia an. Die Schiffsübernahme gestaltete sich nicht sonderlich kompliziert. Erstens kannte ich die Zjawa und zweitens war ja noch immer unser Bootsmann Graham an Bord, den uns der Himmel auf Island, in Sejdisfjord, geschickt hatte. Der Australier, seit 7 Jahren auf der Welt unterwegs, hatte sich sehr schnell in seiner Rolle als Bootsmann und Mechaniker eingefunden. Anfangs hatte er jedoch noch Schwierigkeiten mit den polnischen Beschriftungen auf den einzelnen Boots- und Maschinenteilen, was wiederum zu allerlei kleinen ‚Anekdötchen’ führte.
Graham hatte heldenhaft alle Forderungen des Kapitäns, die technischen Unzulänglichkeiten des Schiffes und die organisatorische Improvisation über sich ergehen lassen und war mit der Zjawa glücklich in Ushuaia angekommen. Die Wiedersehensfreude war riesig. Als wir uns kennen lernten, suchte er nach einer Möglichkeit nach Kanada zu gelangen, um dort seine Weltreise fortzusetzen („on the surface, not with an airplane...“, wie er immer betonte). Schon während des Törns nach Grönland haben Graham und ich uns angefreundet und so entschied er sich, bis zu meiner Rückkehr an Bord zu bleiben, d.h. bis Ushuaia, von wo aus es weiter zum Kap Hoorn gehen sollte.
Die ganze Aktion lief zwar unter dem Motto „Von einem Horn zum anderen“, aber die Abenteuerlust hatte wieder einmal zugeschlagen. Ein neues Ziel wurde in Erwägung gezogen: Die polnische, nach Henryk Arctowski benannte Forschungsstation PAN (Polnische Akademie der Wissenschaften) auf der King George- Insel in der Antarktis. Ich persönlich hatte die Hoffnung, nicht nur zur Station meines Namensvetters zu gelangen, sondern auf dem Melchior Archipel noch den „Bremen-Kanal“, zu besuchen, welcher die Insel Omega in zwei Teile teilt. Dieser Kanal war die letzte polnische Entdeckung an der ich auch beteiligt war, also war die Hoffnung natürlich sehr groß.
Am nächsten Tag, Dienstag den 25. November, war die Crew endlich vollständig. Zusammen mit Wojtek stellte ich eine nicht enden wollende Liste mit Dingen zusammen, die noch zu erledigen wären. Das Wetter war nicht sonderlich schön. Es stürmte und schneite und es war insgesamt ungemütlich. Die Crew machte sich trotz allem an die Arbeit und es gab keinen, der sich hätte langweilen müssen. Wojtek kontrollierte den Mast und die Takelage, was sich bei solchen Temperaturen als sehr schwierig erwies, da die Hände irgendwann so kalt sind, dass man kein Gefühl mehr in ihnen hat. Die zweite Wache war mit den Einkäufen beschäftigt. Gerd, Kenner der elektronischen Navigation, installierte mit Hilfe vom zweiten Gerd und Bogdan, die von mir mitgebrachten elektronischen Seekarten. Marek und Andrzej bauten eine Abdeckung, um die Ersatz - Generatoren unterbringen zu können, und Piotrek und Jozek versuchten die Ankerwinde zu reparieren.
Und hier kommen wir zum wichtigsten Punkt. Ende Juni, gleich nach dem Törn nach Grönland, hatte ich dem Organisator der ganzen Reise eine Liste mit absolut unentbehrlichen Dingen für das Schiff übermittelt. Ein neuer Anker, eine Ankerwinde und Mastrutscher waren auf dieser Liste enthalten.
Am 18. November wurden per Kurier die neue Ankerwinde und andere Kleinigkeiten, darunter auch die Mastrutscher, abgeschickt. Alles sollte innerhalb von drei Tagen an Ort und Stelle sein. So waren wir mit der Überzeugung nach Ushuaia gekommen, dass wir dort die bestellten Sachen vorfinden würden. Hierbei sollte man noch einmal darauf hinweisen, dass man Richtung Antarktis segelnd, nur auf einen Hafen - Puerto Williams - stößt. Der Rest besteht nur aus nicht sonderlich guten Ankerplätzen. Für Yachten, die in diesen Gefilden segeln, besteht daher die Notwendigkeit besonders gutes Ankergeschirr zu haben. Trotzdem werden die Boote noch mit an Land gebrachten und dort vertäuten Leinen gesichert.
Da mir die Wetterbedingungen der Antarktis bekannt waren, vor allem die Gefahr plötzlich auftretender starker Fall-Winde, die einen Ankerplatz heimsuchen können, hatte ich nicht vor, die mangelhafte Ausstattung auf die leichte Schulter zu nehmen.
Am 26. November war immer noch nichts angekommen. Abends fuhr ich mit Piotrek auf den Flughafen, aber auch dort wartete kein Paket auf uns. Es begann ein langwieriger E-mail-Verkehr und Telefonaustausch mit Polen, während die Crew die ganze Zeit ackerte.
Am Freitag, den 28.November, kam die Nachricht von dem Segel-Veranstalter ‚Navigare’, dass die Pakete beim Zollamt in Buenos Aires wären, und es bliebe unklar, wann man die, für uns so wichtige, Post erhalten würde.



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