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Editorial

Amazonas, das klingt ziemlich exotisch. 

Amazonas, das klingt ziemlich exotisch. Als ich 2012 die erste Reise organisierte, hätte ich niemals vermutet, dass es so viele weitere geben würde. Bis jetzt, 2017, haben wir schon 6 Schiffsreisen veranstaltet. Manche meiner älteren Mitseglerfreunde haben sich ein bisschen gewundert, warum ich als ambitionierter Segler jetzt Flussreisen organisiere. Stimmt, der Amazonas ist kein Ozean; er ist ein Fluss, aber ein ganz besonderer Fluss! Sogar die Segler singen Shanties zu seinen Ehren und er ist weltweit fest als Reiseziel in unseren Gedanken verankert.
Große Schiffe können 2000 km von der Flussmündung bis nach Iquitos in Peru fahren. Segler dagegen habe ich bisher nicht so weit am Oberlauf des Amazonas gesehen, aber bis zum Alter do Chao (ca. 300 km flussaufwärts) schon. Logischerweise könnten sie auch mit Motorunterstützung bis nach Iquitos fahren. Aber der Aufwand würde sich nicht lohnen; die Strecke ist eher schwachwindig, man braucht gute Ortskenntnisse und es gibt kaum Häfen, in denen eine Yacht anlegen könnte.
In der „Concept – Lösung“ steckte für mich die Idee, den Amazonas mit einem einheimischen Schiff, das ganz speziell für solche Fahrten gebaut worden war, mit einer erfahrenen Mannschaft zu erkunden. Wie schon erwähnt können die großen Schiffe bis nach Peru fahren. Das habe ich auch gemacht, aber eingesehen, dass es nicht um die Bewältigung der Strecke, sondern um die Art und Weise des Erkundens geht.
Für meine Reisen chartere ich Schiffe für ca. 22 Passagiere. Aber nicht das Schiff macht die Reise aus. Die beeindruckenden Momente sind vor allem die Ausflüge mit den kleinen langen Booten, die zu Menschensiedlungen führen, die Tiere beobachten lassen oder bei Hochwasser ein geruhsames Cruisen zwischen den Baumkronen erlauben. Über die Jahre hinweg haben wir verschiedene Routen ausprobiert. Die Reise im März 2017 hat uns besonders gut gefallen.
Gestartet sind wir wie gewöhnlich in Manaus, blieben aber nicht lange auf dem Hauptstrom Rio Solimoes. Der Fluss wechselt bei Manaus den Namen von Rio Solimoes in Rio Amazonas. Wir fuhren in den eher „wilden“ Rio Negro. Auf diese Weise gelangten wir zu dem linken Zufluss Rio Araca und hier überquerten wir den Äquator. Die Frage, ob der Herrscher Neptun auch in Binnengewässern erscheint und die „Neophyten“ tauft, konnten wir später klären.
Zum ersten Mal entschied ich mich, nicht mit dem Schiff zurück nach Manaus zu fahren, sondern aus Barcelos zurückzufliegen. Das gab uns die Möglichkeit, das Flussgebiet noch einmal aus der Vogelperspektive zu sehen. Manche Teilnehmer waren schon zum zweiten Mal im Amazonas und jedes Mal war es für sie ein neues Erlebnis. Es sind die Pegelunterschiede zwischen Hochwasserzeit und Niedrigwasser, die die Reise immer wieder von Neuem so interessant machen. Der Wasserstand kann bis zu 15m variieren. Bei Hochwasser fahren wir zwischen den Baumwipfeln, bei Niedrigwasser stoßen wir auf unzählige Sandbänke, wo man spontan stoppen kann, um ein erfrischendes Bad zu nehmen. Das überflutete Gebiet ist in etwa so groß wie Großbritannien.

Der Amazonas ist immer noch in vielen Beziehungen ein Rätsel. Lange stritt man sich, wo die wahren Quellen des Flusses sind? Laut einer Theorie, die ein bisschen trotzige Antwort lautet – in Afrika. Wie denn das? Also, als Südamerika noch zusammen mit Afrika den Riesenkontinent Gondwana bildete, floss das Wasser in umgekehrter Richtung und der Ursprung des Urstroms war im jetzigen Afrika.. Dann trennten sich die Landmassen. Auf der Westseite Südamerikas entstanden die Anden und das neue Wasser aus einer anderen Quelle nutzte jetzt das alte Flussbett.
Einer meiner alten Freunde, Sepp Friedhuber, erforschte vor Jahren die afrikanischen Quellen des Urstroms. Aus seiner Expedition ist der interessante Film „Ur-Amazonas“ entstanden.
So viel zur Theorie des Amazonasursprungs.
Einige Ausschnitte aus den Reisetagebüchern:
Um 6 Uhr früh weckt uns die Arie aus der Oper La Traviata von G. Verdi. Diese Weckmethode ist mittlerweile schon eine Tradition auf den Schiffen der Reederei. Normalerweise hat kaum jemand Lust, um diese Zeit aufzustehen, aber es ist jetzt noch angenehm warm, nicht so unerträglich heiß wie zur Mittagszeit.
Auf uns warten schon duftender Kaffee, heißes Wasser für den Tee, Milch und ein kleiner Imbiss.
Um 6.30 sind wir in den Booten. Es ist März, Hochwasserzeit, gerade jetzt 7 Meter über Null. Wir fahren zwischen den Baumkronen. Einer aus der Crew hat eine Schlange ausgespäht. Wir landen auf dem nahen Ufer. Es ist eine 2 Meter lange Boa. Wir können uns ihr nähern und sie fotografieren. Mo, der Schiffseigner, Guide und studierter Biologe in einer Person fragt, ob jemand sie in die Hand nehmen will. Ja, es gibt Mutige. Mo zieht sein Hemd aus und wirft es der Schlange über den Kopf. Dann greift er sie geschickt am Nacken - wenn Schlangen überhaupt einen solchen haben -, auf jeden Fall aber hinter dem Kopf. Die „Tapferen“ nehmen sie in die Hand, die weniger Tapferen berühren sie mit den Fingern. Sie hat keinen glitschigen Körper, wie man es denken könnte. Wir wollen sie nicht allzu lange stressen und lassen sie frei. Die naturkundigen und umweltbewussten Touristen wissen schon, dass man in die unberührte Natur nicht allzu sehr störend eingreifen soll. Die Boa wird noch ihren Enkelkindern von ihrem Abenteuer erzählen.
Um 8.30 sind wir zurück auf dem Schiff. Jetzt ist ausgiebig Zeit für ein richtiges Frühstück.
2 Stunden später folgt der nächste Ausflug, dieses Mal zu den Flussdelfinen. In der Manausgegend kennt man 5 Stellen, an denen die Delfine mit dem Menschen vertraut sind. Es hat damit angefangen, dass ein Mädchen aus Novo Airau in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts einem Delfin einen geangelten Fisch gab. Mit der Zeit kam es zu größerer Vertrautheit. Der Delfin ließ sich regelmäßig füttern und das Mädchen konnte mit ihm schwimmen und ihn streicheln. Aus dem persönlichen Erlebnis des Mädchens entwickelte sich mit der Zeit eine Art „Delfinarium“. Erst in Novo Airau später dann auch in der Nachbarschaft.
Die Flussdelfine haben sich schon seit Jahren einen Platz in der Geschichte und dem Glauben (vielleicht auch Aberglauben) der Flussmenschen gesichert. Die Einheimischen nennen sie Boto und die Delfine wurden nie gejagt. Wenn ein unverheiratetes Mädchen plötzlich schwanger wurde, dann war das der Boto, der in der Nacht in Gestalt eines Menschen das Mädchen besucht hatte. In der kurzfristigen Begegnung wurden Kinder gezeugt, die oft blonde Haare und blaue Augen hatten. Charakteristisch für die Amazonas-Delfine ist die hellrosa Hautfarbe. Natürlich hatten auch die Missionare der Vergangenheit oft eine helle Hautfarbe. Ist diese Legende ein Zufall? Tatsache ist, dass die Tradition verbietet, Delfine zu töten, denn sie könnten doch der Vater oder Onkel gewesen sein.
Am Abend, kurz nach dem Abendessen, steigen wir erneut in die Boote. Dieses Mal sind die Boote mit starken Suchscheinwerfern ausgestattet. Wir fahren auf Kaimansuche. Die Methode ist relativ einfach. Mit dem Scheinwerfer beleuchtet man die Küstenlinie auf Wasserhöhe. Wenn zwei rote, nebeneinander gelegene Punkte reflektieren, sind das sehr wahrscheinlich die Augen des Kaimans. Jetzt muss man sich ruhig dem Ort nähern. Der Einheimische am Ruder kommuniziert wortlos mit dem Mann auf dem Ausguck. Dann ein geschickter Griff und der 80 cm lange Kaiman ist am Nacken gepackt. Man muss den Abstand zwischen den Augen allerdings gut einschätzen können. Bei allzu großem Augenabstand ist es ratsam, den Kaiman in Ruhe weiterschwimmen zu lassen.
An einem anderen Tag:
La Traviata erklingt heute schon um 4 Uhr früh. Es ist wirklich außergewöhnlich früh und noch ganz dunkel, aber wir haben die Möglichkeit, vor Sonnenaufgang die Brüllaffen zu hören. Es ist sehr schwer, das eigenartige Brüllen mit Worten zu beschreiben. Es klingt einem rollenden Donner sehr ähnlich, ein unvergesslicher Ton. Nach diesem „Affentheater“ gehen wir im Dorf der Schildkrötenjäger an Land.
Im Allgemeinen ist die Schildkrötenjagd in Brasilien untersagt, aber wenn sie nur für den persönlichen Verzehr betrieben wird, drückt die Regierung die Augen zu. Im Übrigen wäre es sehr schwer, in diesem Riesengebiet die „Verbrecher“ in flagranti zu ertappen. Die Jagd findet während der Migration der Schildkröten statt. Die Schützen schießen mit Bögen auf die vorbeischwimmenden Schildkröten, aber nicht direkt auf die Tiere, sondern nach oben, so dass der Pfeil, der sich auf einer ballistischen Kurve bewegt, am Ende quasi senkrecht auf den Panzer der Schildkröte trifft - wenn er trifft. Die Pfeilspitze bohrt sich durch den Schild, ohne die Schildkröte zu verletzen. Der Pfeil ist so konstruiert, dass die Pfeilspitze sich jetzt vom Schaft trennt, mit ihm durch die Kordel aber verbunden bleibt. Jetzt steigen die Jäger in die Boote und holen sich die Beute. Um Missverständnisse zu vermeiden, hat jeder Jäger seine Pfeile individuell markiert. Die Schildkröten werden als lebendiger Proviant nach Hause gebracht.
Als wir das Dorf besuchten, hatte die befreundete Familie gerade 7 Schildkröten vorrätig. Piotr hat sie alle sieben gekauft - offiziell für unsere Suppe. Seine Tochter Oliwia hatte zufällig ihren 20-sten Geburtstag. Als wir zurück zum Schiff kamen, wartete die Geburtstagstorte schon auf Oliwia.. Also sangen alle gemeinsam „Happy Birthday“ und dann kam die Überraschung. Oliwia, die Tierverhalten studiert, durfte alle Schildkröten nacheinander in das Wasser frei lassen.
Noch bevor wir das Dorf verließen, hatten wir die Gelegenheit, die Maniokproduktion zu beobachten. Maniok gehört zu den Grundnahrungsmitteln der Bewohner, beinhaltet viel Stärke und ist die Hauptquelle der Kohlehydrate. Es gibt 2 Arten von Maniok: weiß und süß bzw. gelb und bitter. Die zweite Manioksorte braucht eine ganz komplizierte Behandlung, um die giftigen Bestandteile zu entfernen. Erst muss man die Knollen schälen, raspeln und dann 3 Tage lang in Wasser einweichen. Nach ein paar Tagen haben sich die giftigen Stoffe verflüchtigt. Man presst die mehlige Substanz (Tapioka), die sich auf dem Boden abgesetzt hat, aus und verarbeitet sie zu Mehl, dem wichtigsten Nahrungsmittel der Region. Bei dieser Produktion fällt auch Stärke an. Die übrig gebliebene Flüssigkeit kocht man so lange, bis sich das Volumen um die Hälfte verringert. Das Ergebnis ist ein vielseitig benutztes Gewürz. Die zerhackten Knollen, die schon ausgepresst sind, werden noch feiner zerkleinert, dann geröstet und granuliert. So entsteht einer, der wichtigsten Nahrungsmittel in dieser Region.
Der nächste Tag :
Auf dem Programm stand Piranhas angeln. Ich habe beobachtet, dass viele Teilnehmer diese Aktivität anfangs sehr reserviert betrachteten ... so lange, bis der erste Fisch biss, dann setzte der menschliche Jagd-Instinkt ein. Der gefangene Fisch wird gesäubert und ausgenommen und die Kiefer werden als Andenken präpariert. Das große Grillen der Fischbeute am Abend – wahrhaftig ein leckerer Schmaus.

Ein weiterer Tag:
Ein Ausflug zu einem Caboclos Dorf. (Caboclos sind Menschen indianisch/europäischer Herkunft. Der Name bezieht sich nicht nur auf die Abstammung, sondern auch auf den Lebensstil. Würdet Ihr Euch entscheiden, mit den Menschen zusammen zu leben, dann würden vielleicht auch Eure Kinder eines Tages Caboclos genannt werden. Sie würden am Ufer des Flusses in auf Stelzen gebauten Hütten wohnen und ähnlich wie alle Nachbarn teilweise von Landwirtschaft oder von der Fischerei leben. Man kann sich vorstellen, dass sie in 20 Jahren ein bisschen dunklere Haut haben, Maniok rösten und im Fluss Netze auslegen.
Mo zeigt und erklärt verschiedene Bäume und Pflanzen. Deutet auf den Gummibaum und erzählt von der Gewinnung des Gummis und dessen ökonomischer Bedeutung für Brasilien in der Vergangenheit.
Es folgt eine weitere Exkursion zu einem Schwimmbad im Regenwald, gebildet von Montriharida arborescense. Die Boote passen kaum in die Wasserschneisen, die die Einheimischen als Transportwege im Regenwald angelegt haben. Die Kanäle sind sehr eng und bei Gegenverkehr muss man oft in einer „Ausweiche“ warten. Wenn man nach hinten schaut, sieht man, wie sich die Bäume unter dem Einfluss der vorbei gefahrenen Boote verbeugen. Es sieht so aus, als ob sie den Weg zurück verschließen würden.
Wir erreichen einen See. Hier wachsen Seerosen, die berühmte Victoria Amazonica. Mo berichtet über eine Besonderheit der Bestäubung, bei der der bestäubende Käfer im Blumenkelch eingeschlossen wird. Nach der Bestäubung wechselt die Pflanze ihre Farbe von weiß auf rot. Die Blätter sind so groß, dass ein Kind darauf Platz finden kann.

Nach einigen Tagen verlassen wir den Rio Negro und biegen rechts in den Rio Araca. Das Wasser wird flacher. Wir verlassen das Hauptschiff und steigen in die langen Boote. Auf diese Weise - alle Augen starren in die GPS Displays - erreichen wir den Äquator. Auf dem Ufer stellen wir ein Totem mit einer eingeschnitzten 0 und zahlreichen Abdrücken von vorher knallrot geschminkten Lippen der TeilnehmerInnen auf. Champagner darf nicht fehlen und natürlich auch nicht ein gemeinsames Foto. Nach Belieben kann man jetzt im Wasser schwimmen und mehrere Äquatorüberquerungen machen. Wir zeichnen eine Linie, die die nördliche von der südlichen Hemisphäre abgrenzt. Darauf steht ein Schachbrett. Piotr, der Vater von Oliwia, spielt mit Mo um die Welt. Am Ende darf jeder seine Hemisphäre für sich behalten. Nach 2 Stunden Aufenthalt besteigen wir die Boote und fahren zum Schiff. Wir treten die Rückreise an.
STOP! Am Ufer wartet Neptun mit seiner göttlichen Gemahlin Proserpina. Die „Neophyten“ unterziehen sich der Taufzeremonie. Danach prosten sie dem göttlichen Ehepaar mit dem speziell dafür vorbereiteten „Nektar“ zu. Der Organisator händigt Diplome aus, die die Teilnahme an der Taufe bestätigen. Auch wenn Nektar ein göttliches Getränk ist, jeder will mit einem Getränk der Sterblichen - Caipirinha - nachspülen.
Caipirinha ist ein brasilianisches Nationalgetränk, das aus Zuckerrohrschnaps (cachasa), braunem Zucker, ebenfalls aus dem Zuckerrohr gewonnen, Limetten und Eiswürfeln besteht.
Wir erreichen Barcelos ohne weitere Überraschungen und Stopps und steigen in die gecharterten Cessnas. Dieser abschließende Flug ist ein ganz besonderes Abenteuer. Aus der Vogelperspektive erleben wir eine total neue und beeindruckende Sicht auf den schier endlosen Regenwald mit seinen zahlreichen Flusssystemen, Wasserkanälen und Seen. Ein Anblick, den man nie mehr vergessen wird.

 

 

Paweł Edmund Strzelecki
Die Anregung zu meinen für 2018 geplanten Reisen kam von dem polnischen Forscher Paul Edmund Strzelecki - kaum ein Deutscher schafft es, diesen Namen korrekt auszusprechen. Er war der erste Pole, der den höchsten Berg Australiens bestieg und ihm den Namen Mt. Kościuszko gab. Außerdem war er der erste Pole, der eine Weltumrundung zu Wasser auf wissenschaftlicher Basis unternahm. Bereits zweimal schon habe ich von Strzelecki inspirierte Reisen organisiert und diesmal wollen wir seine Reise über den Pazifik nachsegeln.
Am 20. Juli 1838 stach er von Valparaiso https://de.wikipedia.org/wiki/Valpara%C3%ADso aus auf dem Deck der HMS „Fly“ in See und erreichte Taiohae Bay https://www.google.de/?gws_rd=ssl#q=taiohae+bay+nuku+hiva auf der Insel Nuku Hiwa https://de.wikipedia.org/wiki/Nuku_Hiva im Marqueses Archipel https://de.wikipedia.org/wiki/Marquesas. Hier standen während seines Aufenthaltes ethnologische Forschungen im Fokus.
Am 23. August segelte er weiter nach Hawaii https://de.wikipedia.org/wiki/Hawaii. Dort regierte zu dieser Zeit noch ein unabhängiger König aus der Kamehameha Dynastie. Im September 1838 legte er dann auf der Insel Hawaii https://de.wikipedia.org/wiki/Hawaii_(Insel) in der Kealakekua Bay https://en.wikipedia.org/wiki/Kealakekua_Bay an und zwar an genau derselben Stelle, an der Kapitän James Cook am 14. Februar 1779 umgekommen war. Während des mehrwöchigen Aufenthalts auf der Hauptinsel erforschte der Wissenschaftler die Vulkane Mauna Kea https://de.wikipedia.org/wiki/Mauna_Kea, Mauna Loa https://de.wikipedia.org/wiki/Mauna_Loa und Kilauea https://de.wikipedia.org/wiki/K%C4%ABlauea. Die Ergebnisse seiner Arbeit publizierte er in „The Hawaiian Spectator” (Sandwich Island – Crater of Kilauea) und später in „Tasmanian Journal of Natural Sciences” (The Volcano of Kilauea, Sandwich Islands). Auf der gleichen Insel besuchte er außerdem den Hafen von Hilo https://de.wikipedia.org/wiki/Hilo, und auf der Insel Oahu https://de.wikipedia.org/wiki/O%CA%BBahu das Städtchen Honolulu https://de.wikipedia.org/wiki/Honolulu.
Am 1. Oktober 1838 verließ die Crew Hawaii und segelte nach Tahiti https://de.wikipedia.org/wiki/Tahiti, wo sie Anfang November ankam. 1838 war eines der letzten Jahre der Unabhängigkeit der Insel. Hier war er zu Gast bei der Königin Pomare IV. Er war schockiert vom „Recht des Stärkeren“, das dort noch im Pazifik herrschte und entwarf einen Reformplan mit dem Ziel eines gerechteren Rechtswesens.
Im Januar 1839 segelte er auf der französischen Bark „Justine“ erst nach Osten und besuchte die Insel Mangareva https://de.wikipedia.org/wiki/Mangareva im Gambier Archipel https://de.wikipedia.org/wiki/Gambierinseln sowie die Insel Tuamotu https://de.wikipedia.org/wiki/Tuamotu-Archipel. Anschließend kehrten sie um in Richtung Westen. Auf dem Weg nach Neuseeland https://de.wikipedia.org/wiki/Neuseeland besuchte er Tonga https://de.wikipedia.org/wiki/Tonga.
Im Februar 1839 lief Strzelecki in Kororareka - jetzt Russell https://de.wikipedia.org/wiki/Russell_(Neuseeland) - in der Bay of Islands https://de.wikipedia.org/wiki/Bay_of_Islands auf der Nordinsel https://de.wikipedia.org/wiki/Nordinsel_(Neuseeland) von Neuseeland ein.
Seinen dreimonatigen Aufenthalt in Neuseeland widmete er geologischen Untersuchungen, den ersten die auf dieser Insel durchgeführt wurden, und machte Bekanntschaft mit den Maoris, den Ureinwohnern Neuseelands. Er besuchte u.a. folgende Orte: Waitangi https://de.wikipedia.org/wiki/Waitangi_(Northland), Hokianga https://de.wikipedia.org/wiki/Hokianga_Harbour, Kerikeri https://de.wikipedia.org/wiki/Kerikeri.
Am 10. April 1839 setzte er seine Reise fort und segelte nach Port Jackson, das heutige Sydney https://de.wikipedia.org/wiki/Sydney, wo sie am 25. April 1839 ankamen. In Australien https://de.wikipedia.org/wiki/Australien, damals New Holland, verbrachte er die wichtigsten 4 Jahre seiner neunjährigen Reise. Während dieser Zeit erforschte er New South Wales und Tasmanien. Der Gouverneur von Tasmanien John Franklin, bekannt aus der späteren Nordwest Passage Expedition, war sein Freund und Mäzen.
Am 24. April 1843 kehrte er nach Europa zurück und betrat im November dieses Jahres das englische Festland im Londoner Hafen.
Resümee:
Die Erkundung von Nord- und Süd Amerika hat 4 Jahre gedauert.
Die Reise über den Pazifik von Valparaíso bis nach Sydney fast 1 Jahr.
Die Erkundung Australiens und Tasmaniens weitere 4 Jahre
Die Rückkehr von Sydney nach London ½ Jahr

Für Strzelecki war wichtig, dass er die Reise mit seiner Forchungsarbeit selbst finanzierte. In einem Brief betonte er: „ Ich reise nicht auf Kosten irgendeines Staates sondern finanziere mich über meine Funde und wissenschaftlichen Erkenntnisse welche ich an europäische Laboratorien Verkaufe“.
1845 publizierte Strzelecki in London sein denkwürdiges Werk: „The Physical Description of New South Wales and Van Diemen's Land”. Im Dankesbrief für das ihm zugesandte Exemplar schrieb Darwin: „Ich möchte Ihnen zum Ergebnis Ihrer sicherlich sehr langwierigen und schweren Arbeit gratulieren. Ich bin von der thematischen Vielfalt mit der sie sich auseinander gesetzt haben höchst beeindruckt. Es stimmte mich sehr traurig dass nur so wenige Auszüge aus dem Reisetagebuch in ihr Werk integriert worden sind. Und hoffe auf Ihre vollständige Veröffentlichung in naher Zukunft. Ich würde mir aus tiefstem Herzen wünschen dass auch nur ein Viertel unserer englischen Autoren sich einer so lebendigen und unkomplizierten Sprache bedienen würde, wie Sie es tun“.

Strzeleckis Werk erreichte Weltruhm und er erhielt in 1845 den goldenen“ Royal Geographical Society“ Orden dafür. Diese 500 von Strzelecki verfassten Seiten bekamen sowohl in England als auch in Australien sehr positive Kritiken. Und für sehr lange Zeit stellten sie das Standard / Grundlagen Werk über Australien dar.

1846 bekam er die Gold Medaille von der Royal Geographical Society.
1860 erhielt er den Ehrendoktortitel der Oxford Universität, verliehen.
1896 erhielt den Orden vom Heiligen Michael und Georg, für „die 5 jährige Erforschung Australiens, die Entdeckung von Gold und neuer kolonisierbarer Territorien, so wie schlussendlich für die Herstellung topografischer und geografischer auf astronomischen Beobachtungen gestützter Karten“.
Eine Bergkette im Süden von Australien im Bundesstaat Wiktoria wurde nach ihm benannt sowie zwei Berge, ein See und ein Fluss Aber auch als in der Flora und in der Fauna ist sein Name immer wieder zu finden.

Im Jahre 2018, genau 180 Jahre nach Strzeleckis großer Reise über den Pazifik, planen wir einen Segeltörn in mehreren Etappen auf den Spuren dieses großen Forschers und ersten Polen, dessen Weltumrundung erfolgreich war. Da Strzelecki zur Erkenntnisgewinnung in der Forschung durch das weitere Entdecken unserer Welt gemacht hat, werden auch wir das als wichtigen Aspekt in unserer Reise einbeziehen. Dr. Habil. Zbigniew Zwolinski, Professor an der polnischen UAM (Adam Mickiewicz Universität) wird ein Forschungsprogramm vorbereiten welches in Australien durchgeführt werden soll. Leszek Kosek, Teilenehmer an der Expedition auf der Yacht s/y „Konstanty Maciejewicz” im Jahre 1972/73, jetzt australischer Staatsbürger, möchte eine Reise ins Landesinnere organisieren. Auf einem typischen von australischen Siedlern genutzten Pferdekarren organisieren, um Teile von Strzeleckis Inland Route erforschen zu können.
Links:
http://mtkosciuszko.org.au/welcome-eng.php
http://www.poles.org/strzelecki.html
http://adb.anu.edu.au/biography/strzelecki-sir-paul-edmund-de-2711
http://www.strzelecki.org/pestrzelecki/pestrzelecki.php
https://en.wikipedia.org/wiki/Pawe%C5%82_Strzelecki
https://en.wikipedia.org/wiki/Order_of_the_British_Empire
http://www.angelfire.com/scifi2/rsolecki/pawel_strzelecki.html

http://www.polishmuseumarchives.org.au/PaulEdmunddeStrzelecki.pdf
http://www.midley.co.uk/articles/justine.htm
http://anzora.org/

25 Jahre Concept Sailing
In 2014 sind es 25 Jahre vergangen, seid ich die Idee "Concept Sailing" – Segeln mit Konzept - verfolge. Wie kam es dazu?
1985 arbeitete ich als Segellehrer und Skipper bei der „Hochseeyachtschule Nordsee“ in Bremen. Von Frühling bis Herbst „durchpflügte“ ich Nordsee und Nordatlantik und freute ich mich sehr darüber. Meine Leidenschaft ist mein Beruf geworden (Beruf kommt von Berufung), was konnte ich mir mehr wünschen. Es war sehr anspruchsvolles Segeln: Gezeitengewässer, klassische Navigation mit Richtfeuer, Sektorenfeuer, Kreuzpeilungen usw. (das war noch vor der GPS–Ära). Das alles machte aus dem Segeln eine Kunst. Man segelte immer ein bisschen angespannt, empfand aber auch große Zufriedenheit, wenn man endlich den richtigen Weg in den Hafen gefunden hatte. Es war die Zeit als man sagte „Navigation ist…, wenn man trotz dem ankommt“
Die Reisen führten zu Zielen die ich vorher nur aus Büchern kannte; Island, Lofoten, Spitzbergen. Jedes Jahr im März und November führte ich von Helgoland aus Sturmtrainings durch, und um diese Jahreszeit kann es auf der Nordsee recht stürmisch sein. Das war eine harte Schule.
Nach einigen Jahren fehlte mir jedoch etwas. Natürlich, das stramme Segeln und die Aufgabe es jemanden beizubringen machte mir Spaß, aber manchmal fehlte mir „die dritte Dimension“ – warum segeln wir da- oder dorthin? Am Anfang war alles neu, aber nach einer gewissen Zeit musste ich mich bemühen um auf diesem Gewässer einen neuen Hafen für mich zu finden. Letztendlich beendete ich die Arbeit in der Schule und fing an, selbst Reisen zu organisieren.

Im Juli 1989 organisierte ich den ersten Trip nach einem bestimmten Motto – Concept. Es war eine Segelreise nach Irland und zu den traurigen Ereignissen von 1979, die noch nicht verklungen sind. In einem Orkan nahe Fastnet Rock, dem berühmten Felsen der noch berühmteren Admirals Cup Regatten. sind damals 5 Yachten gesunken, von 303 Teilnehmeryachten beendeten nur 86 das Rennen. Die Fachpresse schrieb sehr lange darüber. Man analysierte die Ursachen für die Tragödie, entwickelte neue Sturmtaktiken für moderne Yachten. Und ich wollte zu dem Felsen, um den das längste Rennen bei diesen Regatten stattfindet.
Schon während dieses Trips besprach ich mit der Crew die nächste Idee: Die Reisen auf den Spuren von Odysseus. Noch einmal die Odyssee zu lesen war kein Problem, aber auf die richtigen Interpretationen, die Übertragungen auf unsere gegenwärtigen Karten, zu kommen, das schon. Das war noch vor der Internetzeit, und auf die Deutungen zu kommen erforderte Studien und Stöbern in Bibliotheken. Die Idee war gesät, aber sie brauchte Zeit und geeignete Umstände um zu gedeihen. Und das Leben ging weiter.
Ein Jahr früher führte ich eine Segelreise nach Spitzbergen. Auf dem Crewtreffen nach der Reise kam eine neue Idee auf: Die Nordostpassage. Das war wirklich ein Concept! Ich fing an, mich um ein geeignetes Schiff zu kümmern. Die „Gedania“ wäre in Frage gekommen, aber die Verhandlungen um die Charter zogen sich sehr lang hin, die „Gedania“ war gerade bei einer Grundüberholung, und plötzlich hörte ich im Radio dass Arved Fuchs eine Expedition auf einem Segelschiff rund um den Nordpol vorbereitete. Was sollte ich machen? Ein Wettbewerb war ausgeschlossen, also kümmerte ich mich um die Mitgliedschaft an der „ICESAIL“-Expedition, die auf 4 Jahre geplant wurde, 1991 – 94.
Ich hatte mich relativ spät gemeldet und die Plätze für die erste Etappe, die Nordostpassage, waren schon zugeteilt. Ich sollte erst im September in der Barentssee zusteigen. Der russische Putsch von 1991 machte einen Strich durch diese Pläne. Ich bin nicht nach Narjan Mar geflogen, weil die Expedition „gebremst“ wurde. Die Yacht „Dagmar Aaen“ segelte noch bisschen weiter und überwinterte auf dem Fluss Jenissej in Igarka. Im Jahr 1992 klärte sich die politische Situation und wir durften unsere Reise fortsetzen – theoretisch, denn praktisch war das, wegen der Eis-Situation, unmöglich. Es ist uns nicht gelungen, durch die Passage zu segeln. Wir wollten nicht zweites Mal riskieren mit dem Schiff in Rußland steckenzubleiben, und zogen uns nach Tromsö in Norwegen zurück.

Im folgenden Frühjahr, 1993, segelte die „Dagmar Aaen“ aus Tromsö nach Grönland, wo ich im Juli in Kangerlussuaq zugestiegen bin. Diesmal ist es uns in einer Saison gelungen die Nordwestpassage zu bewältigen, wenn auch nicht ohne Schwierigkeiten. Im Oktober sind wir in Dutch Harbor auf den Aleuten angekommen. Die „Dagmar“ überwinterte hier in eisfreien Gewässern unter der Obhut des neu zugereisten Kai. Die Crew konnte nach Hause fliegen.
1994 versuchten wir es wieder mit der Nordostpassage, diesmal von der „umgekehrten“ Seite, von den Aleuten her, durch die Beringstraße Richtung Westen. Das ist uns leider nicht gelungen. Die Eispressung hat es verhindert und wir haben es knapp geschafft „mit einem blauen Auge“ rauszukommen. Die Idee den Nordpol zu umrunden wurde für gewisse Zeit ad acta gelegt.
Die Sommersaisons die ich im hohen Norden verbracht habe, haben mich quasi dazu gezwungen, meine Conceptsegelreisen in den Wintern auf wärmeren Gewässern anzubieten. Auf diese Weise war endlich Odysseus an der Reihe. Die gesamte Odyssee habe ich auf „verdauliche“ Etappen aufgeteilt, und im Winter 1991/92 segelten wir auf der Yacht „Freedom“ im Mittelmeer.
Noch vor der letzten Etappe der „ICESAIL“-Expedition, in Frühjahr 1994, unternahmen wir, zusammen mit meinem Bekannten Bodo Müller, eine Reise „Auf den Spuren der Wikinger“ (eigentlich Waräger) von Riga nach Odessa. Es ging über Flüsse und durch den Beresinakanal der ehemaligen Sowjetunion, jetzt Lettland, Weißrussland und Ukraine, mit einem kleinem Endabschnitt durch das Schwarze Meer. Die Unternehmung hat auf einem Schlauchboot der Firma „Viking“ stattgefunden und mit dem Buch „Unternehmen Wiking“, bei dem ich mitgewirkt habe, geeendet. Nebenbei ist während der Unternehmung der Wunsch entstanden, eine ähnliche Reise, auf einem Boot aus damaligen Zeiten, durchzuführen.
1995 wurde eine andere Interpretation der Odysseus-Reisen überprüft. Hans Steuerwald wollte beweisen, dass die Odyssee hauptsächlich um die Britische Insel herum stattfand. Diese Version habe ich einer detaillierten Analyse auf der Yacht „Polonus“ unterzogen. Nach der Durchführung der Reise stellte ich fest, dass sie der der Gebrüder Wolf (das Mittelmeer) nicht standhalten konnte.
Die Beschäftigung mit den Wikingerreisen dauerte an, und ich ließ ein mittelalterliches Boot bauen. Es war ein Nachbau eines slawischen Bootes, aber die Unterschiede zwischen der Wikingerbauweise und der slawischen Bauweise sind sehr gering, eher von den Gegebenheiten des Bauortes als vom Bootsbauer abhängig. Mein Boot stützte sich auf die Ausgrabungen von Danzig-Ohra. Der Bau hat lange gedauert, und während dieser Zeit bot sich die Gelegenheit, die Fähigkeiten der mittelalterlichen Segler zu erlernen. Ich durfte 1998 an einer Expedition auf der Replik des slawischen Bootes „Bialy kon“ teilnehmen, die von Ralswiek auf Rügen nach Wolin führte. Die Expedition war das Resultat einer Zusammenarbeit des slawischen Freilichtmuseums in Großraden mit dem berühmten Wikingermuseum in Roskilde. Wegen der Durchführungsart kann man sie zur sogenannten „lebendigen Archäologie“ zählen.
1999 wurde endlich meine slawische „Welet“ zu Wasser gelassen. Erst kam die lange Reise von Masuren, wo die „Welet“ gebaut wurde, nach Berlin. Und dann von hier aus eine lange Etappenreise „Auf den Spuren der slawischen Kaufleute“ durch den Oder-Spree Kanal, die Oder und entlang der polnischen Ostseeküste bis nach Gdańsk. Dann weiter auf Binnenwegen nach Biskupin, zu einem archäologisches Festival. Seither ist die „Welet“ ein unverzichtbarer Bestandteil dieses alljährlich stattfindenden Festes geworden. In den nächsten Jahren segelte sie mit Jugendlichen und Erwachsenen, brachte ihnen das Segeln und Leben im mittelalterlichen Stil bei, lehrte über die Geschichte und nahm an verschiedenen Festivals teil. Sie war auch „Schauspieler“ in dem Film von Jerzy Hoffman „Stara Baśń“ (die alte Sage).
Aber die Zeit die für die Durchführung des Projekts „Welet“ gebraucht wurde, fehlte anderswo. Es waren ereignisreiche Zeiten.
So nahm ich 2000 wieder an einer Expedition teil die von Arved Fuchs organisiert wurde. Diesmal segelten wir in einer Replik eines Rettungsboots der Shackleton-Expedition mit Namen “ James Caird“ von der Antarktischen Halbinsel über Elephant Island im Südlichen Ozean nach Südgeorgien. Das war die Wiederholung der historischen Rettungsaktion der berühmten Shackleton Endurance Expedition. Nach der Reise habe ich ein Buch geschrieben: „Fortitudine Vincimus – durch Ausdauer zum Sieg“
2002 war die Zeit endlich reif für die Nordostpassage. Die gleiche „Dagmar Aaen“ unter der Führung von Arved Fuchs machte sich auf den Weg. Diesmal segelten wir von Tromsö über Murmansk, Dikson, Tiksi, die Wrangel-Insel, die Bering-Straße nach Prowidienia, fast ohne größere Probleme. Die „Dagmar Aaen“ beendete auf dieser Weise ihre Umrundung des Nordpols, ich aber nicht - mir fehlte noch der Abschnitt zwischen Norwegen und Grönland.
Es ist logisch, dass 2003 eine neue Unternehmung organisiert wurde: „Vom Horn zum Hoorn“, auf der Yacht „Zjawa IV“. Sogar der Name hat eine versteckte Bedeutung. Władysław Wagner war der erste Pole, der auf den „Zjawas” I, II und III die Welt umsegelte. Nachdem ich im Juli 2003 auf der „Zjawa IV“ Kangerlussuaq auf Grönland erreicht habe bin ich der erste Pole geworden, der den Nordpol auf Segelschiffen umrundet hat.
Die Unternehmung hieß nicht umsonst „Vom Horn zum Hoorn“. Das nördlichste Kap von Island heißt Horn. Wir ließen es an Backbord liegen, als wir von Norwegen nach Grönland segelten. Nachdem die Yacht Kangerlussuaq erreicht hatte segelte sie Richtung Süden. Ich übernahm sie in Südamerika wieder, und im gleichem Jahr umrundeten wir das berüchtigte Kap Hoorn.
2006 ist endlich wieder Zeit für die „Welet“ gekommen. Der vierte Weg der Waräger, von der Ostsee zum Schwarzen Meer, sollte erkundet werden. Die Expedition ging von Gdańsk nach Odessa, erst die Weichsel aufwärts, dann über den Fluss San. Von Przemyśl aus wurde das Boot auf dem Laster zum Dnjestr transportiert. Von hier aus ging es nur flussabwärts, jedoch nicht ohne Probleme. Auf dem Weg liegt die abtrünnige Republik Pridnestrowje (Transnistrien). Die mussten wir wieder auf dem LKW umfahren. Letztendlich kamen wir ans Schwarze Meer, und nach zweitägiger Seereise erreichten wir Odessa. Aus der Reise machte die ARD einen Dokumentarfilm.

Das Jahr 2008 war sehr ergiebig. In Rahmen der von Concept Sailing organisierten Etappenreise „Vom Kościuszko-Hügel zum Kościuszko-Berg“ (Kościuszko-Hügel in Krakau, Kościuszko-Berg in Australien), führte ich die Yacht„Nashachata“ von Buenos Aires durch die Magellan-Straße um Kap Hoorn nach Ushuaia. Hier, im November des gleichen Jahres, wechselte ich von der Yacht auf die Replik eines Walfangboots, die „Fuegia“. Auf diesem offenen Segel- und Ruderboot segelten wir durch den Beagle-Kanal nach Feuerland, im Rahmen der Expedition „Darwin & Tierra del Fuego”
Der Fotograf der Expedition, Jürgen Hohmuth, hat danach einen Bildband mit Beiträgen zum Thema „Mythos Feuerland“ herausgegeben. Noch im Dezember 2008 wechselte ich wieder auf die „Nashachata“ und segelte die nächste Etappe der Reise „Circumnavigation part I”, von Ushuaia zu den Falkland-Inseln, Südgeorgien, Kapstadt und weiter durch den Indischen Ozean, vorbei an den Inseln Crozet und Amsterdam nach Melbourne, und weiter nach Neukaledonien, wo wir im April 2009 angekommen sind. Ohne zuviel zu Hause zu bleiben musterte ich dann auf der Brigg „Eye Of The Wind“ an. Auf diesem Rahsegler verbrachte ich fast zwei Jahre, mit Pausen natürlich.
Das Jahr 2011 brachte den Törn „Die einsamen Inseln des Nordatlantik“. Wir segelten auf der Yacht „Spirit One“ von Spitzbergen über die Inseln Jan Mayen, Färöer und St. Kilda nach Dublin.
2012 gab es einen eher kurzen Törn „Auf den Spuren des sagenumwobenen Vineta“ – die Gewässer um Rügen.
In diesem Jahr, 2014, ist auch eine längere Reise auf der Yacht „Selma“ geplant, die den ganzen Pazifik durchsegelt. Ich übernehme auf den Tonga-Inseln und segle über Fiji, Vanuatu und Neukaledonien nach Sydney. Endlich will ich auf den Spuren von Paweł Edward Strzelecki auf den Kościuszko-Berg gelangen.
Ja so war es!

Geschrieben in Juni 2014




Seit Jahren pflege ich die Tradition nach der vergangenen Saison einen Bericht zu schreiben. Früher verschickte ich es zusammen mit dem Programm fürs nächste Jahr per Post. Die Zeiten haben sich geändert, und zwar in zwei Hinsichten; Anfang und Ende einer Saison  lässt sich schlecht bestimmen, weil wir in unterschiedlichen Erdteilen fast rund ums Jahr unterwegs sind, und zweitens  platziere ich Bericht und Programm heute, im Stil der Zeit, auf meiner Webseite statt es mit der Post zu schicken. So wähle ich den Zeitpunkt des Schreibens willkürlich.
Auch die Art der Reisen hat sich geändert. Es werden nicht mehr nur reine Segeltörns angeboten sondern auch andere Conceptreisen - allerdings wir bleiben dem Element Wasser verbunden.
In diesem Jahr ist noch eine weitere Flussfahrt (außer dem Amazonas) ins Programm gekommen - das Donaudelta. Die Idee, die ich mal auf Spitzbergen geschmiedet habe, hat sich 100% bestätigt, habe richtig ins Schwarze getroffen. Die  Gruppe von 20 Gästen (Deutsche und Polen) hat sich sehr schnell integriert. Die starke Fraktion von polnischen Wissenschaftlern, hat ihr Wissen gerne weiter gegeben, und die deutsche (Expeditions-)Malerin Tamara hat andere Gäste mit ihren Werken zum Staunen gebracht.
Es gab verschiedene Arten der Erkundung des Donaudeltas. In unserem Falle haben alle es sehr genossen, dass wir nicht tagtäglich von Herberge zu Herberge wandern mussten, sondern unser Haus - unser „Flotel“ - fuhr mit uns. Am Ende der Reise fast alle haben sich noch ein Tag in Bukarest gegönnt (manche sogar auch einen Tag vorher) – hat sich gelohnt.

In der eigentlichen Beschreibung der Reise habe ich erklärt, dass unser Gespann aus einem Schlepper, einem schwimmenden Hotel und Ausflugbooten besteht. Nüchtern genommen ist es einleuchtend, dass eine Barke  und ein Schlepper einzeln weniger Tiefgang (50cm) haben, als ein Motorschiff alles in einem. Sogar die Geschichte, dass das schwimmende Hotel mal eine Behausung für die Schilferntearbeiter war, wurde dargelegt. Es ist aber ungewöhnlich, so ein Gespann, und es musste mehr dahinter stecken. Endlich haben wir es vom Schiffseigner erfahren:
Anfangs, noch in 50ziger Jahren, dienten die Barken als Behausung für politische Gefangene, die Schilf für die  Papierindustrie ernteten, und erst später wurden sie für normale Arbeiter eingesetzt. Eine Barke für ca. 50 Arbeiter. - Und die so sehr flachgehenden Schlepper?
Die hat er für 2 Flaschen Whisky von den Russen bekommen. Das war Anfang der 60er Jahre und die Russen (damals gleich hinter der Grenze) verfügten über die Überproduktion von den sonst für das Mekong–Delta (Vietnamkrieg) vorgesehenen Schleppern.
Ja, solche Mäander fließt das Leben...

Oktober 2013

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Im vorigen Jahr (2011), als ich die Gewässer um Spitzbergen befuhr, verfolgte ich eine Idee, die mir Leszek Kosek dargebracht hatte. Sein Vorschlag war nämlich auf dem auf dem Viktoria-See, zu segeln. Ich nutzte die Gelegenheit, Sepp Friedhuber einen Spezialisten von Afrika (und nicht nur), in Spitzbergen an Bord zu haben. Wir sprachen über das Projekt bei einem Glas Rotwein (vielleicht auch zwei, aber wer will es so genau   wissen). Er hat die mit dem Projekt zusammenhängenden Probleme genauer unter die Lupe genommen und mir am Ende von der Unternehmung abgeraten. Ohne auf die Details einzugehen, war für Ihn das Thema Sicherheit der schwache Punkt. Für Sepp war das Projekt somit beendet, die Idee von Leszek ließ mir aber dennoch keine Ruhe. In Gedanken suchte ich nach einem Gebiet, das folgende Bedingungen erfüllte: Es sollte angenehm warm sein, nicht von Touristen überlaufen und in einem berechenbaren Land sein. So bin ich auf das Donaudelta am Schwarzen Meer   gekommen. Diese Idee hatte ich gleich bei meinen Bekannten getestet. Den Begriff Donaudelta kannte jeder, aber kaum jemand wusste in welchem Land es lag. Perfekt, in Rumänien fand ich  genau was ich gesucht  hatte.
Ich fand eine Gruppe von 5 „tollkühnen” Menschen , die ungeachtet der drohenden Gefahr   Graf Dracula und andere Widrigkeiten zu treffen, bereit war hinzufahren und persönlich nachzuschauen wie der Stand der Dinge in Wirklichkeit sei. Kurz von der Reise nach Rumänien, es war schon  Mitte September, besuchte ich wie jedes Jahr das Mittelalter Festival in Biskupin. Marcin Michalski, der   die Funktion des Henkers spielte,  aktualisierte vor einigen Jahren den Reiseführer für Rumänien. Er gab mir noch letzte Anweisungen auf meinen Weg, die ich akribisch notierte.
Als   wir angekommen waren, bauten wir als erstes unser klappbares Kanu auf. Als Antrieb benutzten wir einen Elektromotor und natürlich Paddel. Es war ein wunderbares Vehikel, das uns das einmalige Erlebnis erlaubte sich lautlos den Pelikanen zu nähern. Diese Art voranzukommen hatte einen Nachteil, nämlich die beschränkte Reichweite,. Daher hatten wir zweimal einheimische Boote gechartert, und um die Erfahrung zu vervollständigen machten wir auch einen Auto Ausflug. Die Praxis hatte unsere theoretischen Erwartungen der Vielfältigkeit an Flora und Fauna, der Landschaften und der schmalen Fluss-Kanäle weit überschritten. Das große Kulturerbe dieser Region und das uns stets begleitende Gefühl, am Ende der Welt zu sein, hatten uns sehr beeindruckt.
„Die Bewohner des Deltas leben mit und auf dem Fluss, wo die Straßen enden verstummt der Lärm und beginnt die Ruhe der Gewässer. Die Zeit scheint still zu stehen“

Rumänien gilt allgemein nachwievor in vielerlei Hinsicht als unsicheres Reiseziel.
Die Ursache  liegt in der geopolitischen Situation Rumäniens. Ein Schleier der Ungewissheit und Unsicherheit über vorherrschenden Verhältnisse liegt über dem Land. Rumänien  ist 2007 der Europäischen Union beigetreten und die üblichen Vorurteile kann man inzwischen in der Pfeife rauchen. Ich wäre nicht ehrlich, wenn ich nicht zugegeben würde dass auch ich meine Befürchtungen hatte…, ich hatte Angst vor Mücken. Alle hatten wir Moskitonetze mitgehabt. Es war nicht nötig, Mitte September gibt es keine Mücken mehr, auch wenn die Temperaturen über 20° C lagen.
Seit Marcins Berichtigung des Reiseführers hat sich vieles weiterentwickelt, es bleibt ihm nicht anders übrig, als noch mal zu fahren. Ich weiß er wird das gerne machen. Fraglich ist nur was schneller sein wird, er oder die Veränderungen.

Dezember 2012

Erst jetzt im Juni kann ich ein Resümee aus der vergangenen Saison bieten. Es kommt einfach daher, dass die Hälfte der Aktivitäten noch in 2011 stattfanden und der letzte Törn im Mai 2012.

„Lone Islands“ - ein Segeltörn auf der „Spirit one“ - das war schon eine lange Reise. Von Spitzbergen über Jan Mayen, Färöer Islands, St. Kilda, Isla (beide von den Außenhebriden), nach Dublin. Große Strecken auf See hat die Crew gut überstanden. Wie auch der Name sagt, wir wollten einsame Inseln  besuchen. Noch niemand von uns ist auf Jan Mayen oder St. Kilda gewesen, und das hat sich sehr gelohnt – einmalig sind sie. Ein Ziel mussten wir aufgeben, das war der Felsen Rockall; Als wir von den Färöern Richtung Süden segeln wollten, zog ein Sturmtief nach dem anderen vorbei. Wir mussten abwarten, und daher musste der Felsen „Rockall“ gestrichen werden, aber auch das hatte Vorteile. Auf diese Weise sind wir länger auf den Färöern geblieben und hatten die Gelegenheit, Arved Fuchs und seine „Dagmar Aaen“ zu treffen. Es sind inzwischen fast 10 Jahre vergangen, seit ich auf dem Schiff gewesen bin. Eine durchaus gelungene Reise, aus der Gerd Pfannenschmidt einen sehr guten Film gemacht hat.

„Kap Hoorn“ und auf den Spuren der „Fuegia,“ auf der altvertraute „Polonus“. Die Yacht „Polonus“ realisierte die Umrundung von Südamerika und ich habe eine Etappe in Dezember 2011 übernommen. Die Anlandung auf der Insel Cabo de Hornos ist gut gelaufen, und ein Foto unter dem Albatrosdenkmal wurde gemacht. Dann aber, als wir die Umrundung von Ost nach West machten hat der Wind gut aufgefrischt. Tribut an Neptun wurde gezollt. Die weitere Reise verlief auf den Spuren der Expedition aus 2008 „Darwin & Tierra del Fuego“ auf dem Walfangboot der „Fuegia“. Wie anders sieht die Welt doch aus dem offenen Ruderboot aus als auf einem Segeltörn auf einer normalen Yacht! Ein weiteres Ziel war das Wrack der „Nashachata“. Das hat sich aber organisatorisch als eine Sache der Unmöglichkeit erwiesen.

Unser Foto, das wir unter dem Albatrosdenkmal gemacht haben, wurde später für eine Ausstellung im Präsidentenpalast in Warszawa verwendet. Bei der Gelegenheit habe ich auch eine Flagge von Präsident Komorowski bekommen.

Zweite Hälfte April 2012 war die Amazonasreise an der Reihe. Die Reise wurde in Zusammenarbeit mit dem „Bund der Polnischen Geomorphologen“ durchgeführt. Die Professorendichte an Bord war ziemlich hoch. Es war eine durch und durch gelungene Reise, kaum in Worte zu fassen. So entschied ich mich schon während der Reise, gleich die nächste zu organisieren. Als ich darüber mit dem Kapitän Mo sprach war das für ihm absolut selbstverständlich. Er sagte, dass man auf dem Amazonas „at least two times“ sein muss. „Why?“ fragte ich. … ist doch logisch – antwortete er, ein mal während der Regenzeit und ein mal während der Trockenzeit! Ach so!!! OK, diese Reise war während der Regenzeit die nächste wird während der Trockenzeit stattfinden, im Oktober 2013. Apropos Regenzeit: Der Wasserstand war 8 Meter höher als normal, aber der Regen hat und gar nicht geplagt und die Mücken auch nicht.

Der Segeltörn  mit dem sagenumwobenen Vineta in Hintergrund;

 Eigentlich habe ich gar nicht damit gerechnet, dass er so viel Zuspruch bekommt - er war voll ausgebucht. Kurzfristig musste ich eine Varianta 44 mit 2,20 Tiefgang akzeptieren, die gecharterte sollte 1,80 haben. Das hat unsere Anlegemöglichkeiten ein bisschen eingeschränkt, und navigieren mussten wir auch vorsichtiger, aber unsere Ziele haben wir trotz dem erreicht. Wir besuchten das Vinetamuseum in Barth (extra für uns geöffnet, weil es eigentlich wegen Umbauten geschlossen war). Kap Arkona und Königsstuhl haben wir von beiden Seiten besichtigt; vom Land und von außen während der Rügenumrundung . Die Mischung zwischen Landausflügen und Segeln hat sich als sehr ausgewogen erwiesen.  Jeder hatte auch di Möglichkeit die glücksbringende Hühnergötter zu finden. Nächstes Jahr setzen wir die Suche nach dem Versunkenen Vineta fort.


Es hat sich auch bestätigt, dass sowohl der Name Concept Sailing als auch diese Art von seglerischen Aktivitäten sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Die Idee hat während der Amazonasreise einen neuen, wissenschaftlichen Aspekt bekommen.

Juni 2012
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Seit über 2 Jahren habe ich mich nicht auf meiner Internetseite gemeldet, das hatte ich ja angekündigt. In den letzten „Neuigkeiten“ schrieb ich, dass auf diese Sparte auf meine Concept Sailing-Website verlege. In der gleichen Rubrik teilte ich mit, dass ich im Oktober 2008 nach Buenos Aires fliege und die „Nashachata“ übernehme. Diejenigen von Euch, die die Reise auf der Yacht verfolgt haben, wissen dass es für mich eine sehr lange Segelreise war. Erst segelten wir auf den Spuren von Magellan entlang Südamerika, durch die Magellanstrasse, dann rund um Kap Hoorn nach Ushuaia. in Ushuaia wechselte ich von der Yacht auf das Walfangboot „Fuegia“, und zusammen mit der Crew realisierte ich die Expedition „Darwin & Tierra del Fuego“. wieder ein Wechsel, wieder in Ushuaia und noch mal auf die „Nashachata“ und jetzt fing eine lange, lange Segelreise an: durch die Falkland-Inseln, nach Südgeorgien und weiter nach Cape Town. Hier wurden zwei Verletzte abgeliefert, und mit neuer Crew segelte ich weiter über die Crozet Islands und die Amsterdam Insel nach Melbourne und weiter durch die Meeresenge Bassa nach Noumea in Neukaledonien. Auf der „Nashachata“ segelte ich in den Jahren 2008/09 um die drei berühmten Kaps: Kap Hoorn, der Kap der Guten Hoffnung in Afrika und Kap Leeuwin in Australien.

Zu Hause bin ich Anfang Mai 2009 angekommen und schon im Juni auf der Brigg „Eye of the wind“ gelandet, auf der ich mit Unterbrechungen bis Herbst 2010 segelte.

Nach langen Beratungen mit Zbyszek Ja³ocha sind wir noch im Herbst 2009 von der Idee, die Expedition „Antarctica – Circumpolar Navigation Part II” zu realisieren, zurückgetreten.

Seit dieser Zeit übernahm ausschließlich Zbyszek das „Lenken“ der Nashachata.

Im Dezember 2010
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16.06.2007 - Trzebiez Master of Yachts
Offshore Henryk & Chris

Seit der Expedition "Viking 2006" habe ich mich gar nicht mehr auf meiner Seite gemeldet. Das hatte auch seine Gründe. Natürlich, wie immer, lag der Zeitmangel an meiner Arbeit und der Entwicklung neuer Projekte.

Gleich im August 2006 bin ich wieder in arktische Gefilde aufgebrochen, auf der MS Bremen habe ich erneut die Nordwest-Passage durchfahren. Diesmal war das ziemlich einfach: Eis mussten wir suchen, erst am Ende der Passage gab es eine etwas größere Eiskonzentration. Jedenfalls konnten hinter uns auch zwei polnische Yachten, die Nekton und die Stary, problemlos durch die Passage segeln.
Danach gab's eine kurze Pause und wieder habe ich die ganze Antarktissaison "da unten" verbracht Ganz absichtlich hatte ich keine größeren Vorhaben in der Sommersaison 2007. Im Stillen hatte ich gehofft, Zeit für das Schreiben über die Erlebnisse mit der Welet, über Geschichten von Wikinger und Slawen zu haben...
Von wegen... - noch in der Antarktis erreichte mich die Nachricht, dass Adam Jasser, ein bekannter polnischer Segler, eine Prüfung für die US-amerikanische Segellizenz "Master of Yachts" in Polen organisiert. Natürlich habe ich mich sofort dafür angemeldet und büffelte so bis zum 16 Juni, dem Tag der Prüfung, nicht nur Segeltheorie und Astronavigation sondern auch die "Geheimnisse" der englischen Sprache, z.T. sogar in London.

Viele haben mich gefragt, ob ich diese Lizenz denn wirklich bräuchte, ich hätte doch alle polnischen Patente und deutschen Scheine.
Sicherlich, und ich erinnerte mich an meine Studentenzeit, als ich alle Befähigungen sammelte, die nur irgendetwas mit Wasser zu tun hatten.
Mein Freund Jacek Wojewoda ("Gott hab' ihn selig...") lachte und sagte: "Wolski, dir fehlen nur die Papiere des Wasser-Installateurs." Ich musste ebenfalls darüber schmunzeln und meinte, das stimme nicht, denn die für Melioration (Verbesserung des Bodens durch Be- und Entwässerung) hätte ich auch nicht.
Beide wussten wir natürlich nicht, dass es noch die amerikanische Steigerung geben würde, die international anerkannte Lizenz -"Master of Yachts".

Zwischen der Lernerei hatte ich mir nur eine kurze Unterbrechung mit einer Reise auf dem Großsegler Roald Amundsen gegönnt - der Wunsch die großen Schiffe zu segeln wird immer stärker (siehe www.sailtraining.de).

Ein weiterer kurzer Einsatz als Lektor führte mich im August auf der MS Hanseatic in grönländische und nordkanadische Gewässer.
In der Zeit zwischen dem 15 und 23 September haben wir mit der Welet traditionsgemäß an dem archäologischen Festival in Biskupin / Polen teilgenommen - das diesjährige Motto "Die Balten, nördliche Nachbarn der Slawen".

Im Oktober organisiere ich noch einen kleineren Segeltörn von Oslo nach Danzig, bevor es dann ab Dezember wieder in die Antarktis geht.
Die Segelreise findet auf dem Schiff "Nashachata" statt, einer erst kürzlich in Dienst gestellten 16 m-Yacht, mit der ab nächstem Jahr eine Konzeptsegelreise um die Welt geplant ist (siehe Concept Sailing und Expeditions).

Oktober 2007

18.08.2007 - Dar Pomorza - Master of Yachts
Ocean überreicht Kapitän Leszek Wiktorowicz

Masters Of Yachts Offshore in Trzebiez
Amazonas mit Äquatorüberquerung

-Amazonas mit Äquatorüberquerung
28.03. – 09.04.2018

Pazifik kreuz und quer

Pazifik kreuz und quer 2018

 

Delta Dunǎrii

Donaudelta 01.–09.2018