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Bericht vom Hoorn

In Punta Arenas haben wir das normale Großsegel auf ein kleineres
gewechselt, es macht doch  keinen Sinn, immer unter gerefftem Segel zu
fahren.


In Punta Arenas haben wir das normale Großsegel auf ein kleineres gewechselt, es macht doch keinen Sinn, immer unter gerefftem Segel zu fahren.
Am 29.10 verließen wir den Hafen und es ging weiter Richtung Westen durch die Magellan Strasse. Kap Froward, das südlichste Kap des amerikanischen Kontinents haben wir mit einem Toast geehrt.
Es blies 7 B aus Westen und die zugestiegenen neuen Crewmitglieder bekamen es zu spüren.
Jörg versuchte es mit dem Toast zu entschuldigen, aber die alten Hasen haben nur milde gelächelt.
Mit Mühe haben wir Eingang in den Canal Pedro erreicht. Kurz vor Mitternacht waren wir in einer schmalen Bucht, wo
wir ankern wollten. Schon haben wir Tee getrunken, als vom Deck gemeldet wurde, dass der Anker nicht hält. Für die Manöver war sehr wenig Platz.
Nach einigen Versuchen habe ich es aufgegeben und entschieden, nach draußen zu gehen. Wir fuhren unter Maschine hin und her. Weiterzufahren habe ich mich nicht getraut. Unterwegs war eine enge Stelle, an der es
eine Untiefe von 4 Metern gab und die Segelanweisung vor dem Tidenstrom bis zu 8 Knoten warnte. Die Stelle - Paso O'Ryan haben wir erst um 0645 passiert: Weiter ging es in Richtung Westen. Auf dem Cockburn Canal, der Magellanstraße mit dem Pazifik verbindet. Wir haben es versucht, uns gegen den Wind und die Welle mit der Maschine durchzuboxen, es ging nicht und
wir mussten aufgeben und abwarten. Schutz hat uns ein Hafen namens Puerto King gegeben.
Ein vortrefflicher Hafen - wie es Homer in der Odyssee bei
den Lastrigonen beschreibt. Draußen eine Furie der Winde, drin kein Hauch.
Die Leinen haben wir am Land festgemacht - so lagen wir fest neben einen
Fischerkutter, von dem wir auch gleich Krabben bekommen haben. Die Wettervorhersage haben wir regelmäßig von Robert Krasowski bekommen.
Seine SMS fingen so an: Fürchterliches Wetter und dann weiter die Windrichtung und Stärke.
Die Richtungen stimmten, zu der Windgeschwindigkeit mussten wir meistens noch 10 Knoten dazu addieren. Am nächsten Tag ist es uns gelungen den Pazifik durch Paso Pratt zu erreichen. Weiter ging erst nach Süden und dann Osten. Kap Horn querab hatten wir am 01 November um 2050
Lokalzeit (UTC - 3) auf der Position 56° 02,17 S i 067°15,5 Wir segelten unter Sturmfock in der Entfernung 3,2 Sm von Kap. Dieses Ereignis feierten
wir erst in Puerto Williams.
Nach einigen Tagen in Puerto Williams, eigentlich mehr als wir wollten, aber wegen Sturm war der Hafen gesperrt und wir konnten ihn nicht verlassen, sind wir am 05.11 in Ushuaia angetroffen. Nacheinander verlies
die Crew die Yacht. Jetzt ist der 10.11.200b bis neue Crew kommt bleiben
noch 5 Tage. Zusammen mit Graham nutzen wir die Zeit, die für das Schiff vorgeplant war.
Es ist wie immer etwas zu tun, aber dies Mal haben wir
auch Zeit dafür.

Henryk Wolski

 



Data publikacji w serwisie: 2008-11-12
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