Expedition Darwin & Tierra del Fuego
Expose Expedition "Darwin & Tierra del Fuego"
Im Jahre 2009 werden wir ein doppeltes Jubiläum feiern, den 200. Geburtstag Charles Darwins und den 150. Jahrestag der Publikation seines Lebenswerkes "Die Entstehung der Arten".
Die ersten Überlegungen für seine Theorie schöpfte er nicht, wie meist angenommen, auf den Galapagos Inseln sondern in Feuerland. Der Anblick der Fuegianer (wie die Bewohner der Region genannt wurden) hat ihm die ersten Ideen für die spätere Evolutionstheorie gebracht.
Der junge Darwin befand sich im Jahre 1833 auf dem britischen Expeditionsschiff HMS „Beagle", welches vom ebenso jungen Kapitän FitzRoy kommandiert wurde. Eine der vielen Aufgaben der Expedition war die Kartierung von Feuerland, einer Region im südlichen Teil des amerikanischen Kontinents, das ein dichtes Gewirr von kleinen Inseln und Kanälen mit dem berüchtigten Kap Hoorn an seiner südlichsten Spitze darstellt. Die Kanäle waren für ein Segelschiff der damaligen Zeit (ohne Hilfsmotor) nicht zugänglich, so dass eine genaue Kartierung nur unternommen werden konnte, indem man Walboote, die zur Ausrüstung der Beagle gehörten, in Einsatz brachte. Die leichten, schnellen und wendigen Fahrzeugen wurden im 18. Jahrhundert ursprünglich für den Walfang konstruiert und haben sich beim Einsatz so bewährt, dass sie wegen der leichten Handhabung bei gleichzeitiger enormer Seetüchtigkeit bis in das 20ste Jahrhundert als Rettungsboote auf größeren Schiffen eingesetzt wurden.
Ein anderes Kapitel in der Expedition ist die Geschichte von drei entführten Kindern, die FitzRoy schon während seine erste Expedition drei Jahre zuvor nach England gebracht hat. Sie sollten die englische Sprache und die christliche Lehre lernen und dann als Missionare eingesetzt werden.
Es waren Fuegia Basket, York Minster und Jemmi Button (das vierte Kind, Boat Memory war inzwischen gestorben) - wobei die Namensgebung eine Geschichte für sich ist. Denn die eigentliche Ursache für die Geiselname war der Versuch die Rückgabe eines gestohlenen Walbootes zu erpressen.
Dem jungen Darwin war es vergönnt der Rückkehr der Fuegianer und die Ereignisse mitzuerleben. Er konnte auch vom Einsatz der Kinder als Dolmetscher profitieren.
Kurz vor Beginn des Jubiläumsjahres 2009 unternehmen wir die Expedition "Darwin & Tierra del Fuego". Ziel der Expedition ist es, die Reisen die mit den Walfangbooten für die Kartierung unternommen wurden nachzuvollziehen. Es waren Reisen in sehr schwerem Gebiet, voll von Abenteuern - sowohl in nautischer als auch in ethnologischer Hinsicht. Die entführte Kinder sollten zurückgebracht und eine christliche Mission gegründet werden.
Für unsere Expedition wurde die "Fuegia" - eine Replik eines Walfangbootes aus dem 19. Jahrhundert gebaut. Die Taufe der Fuegia fand am 12. April dieses Jahres statt - die Medien haben umfangreich darüber berichtet. Der Taufpate war nicht ganz zufällig Arved Fuchs. Mit ihm segelte der Expeditionsleiter Henryk Wolski um den Nordpol und auf den Spuren von Sir Ernst Shackleton. So fügt sich alles zusammen. Im Jahre 2009 ist es auch 25 Jahre her, dass Arved Fuchs gemeinsam mit einem Freund in Faltbooten Kap Hoorn umrundete. Dies ist auch für uns die zusätzliche, sportliche Aufgabe; aber wieder mit einer historischen Parallele. Wie schon erwähnt waren die Rettungsbote jener Zeit eben solche Walfangboote. Viele Schiffbrüchige um Kap Hoorn konnten sich in Walbooten an Land retteten.
Fuegia







